Frauen helfen Frauen

Unermüdlich waren einige Mitglieder des Krautgartenvereines der Puchheimer Wühlmäuse im Herbst damit beschäftigt, aus in Puchheim gewachsenen Kräutern, Pflanzen und Sträucher  “schöne Dinge” herzustellen. Diese schönen Dinge, “gewachsen und made in Puchheim”, wurden dann auf dem Ökomarkt verkauft. Von Anfang an war klar, dass der gesamte Verkaufserlös -wie in den Vorjahren- als Spende dem Frauenhaus in Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellt wird. So konnte die Vorsitzende der Puchheimer Wühlmäuse, Sabine Matthies-Kellner (Bildmitte), der Leiterin des Frauenhauses, Ulrike Jurschitzka, einen Scheck in Höhe von  1.500-Euro übergeben. Bei der Scheckübergabe waren sowohl die bei der Produktion und dem Verkauf  beteiligten “Wühlmäuse” (von links) : Sandra Heimer, Jutta Rai, Angelika Germer,  als auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Frauenhauses Ilse Boltz und Gabriela Baum  mit dabei.

Schule für Urwissen in Ecuador

Naupany Puma (das Foto entstand bei einem Seminar mit ihm im November 2014 am Starnberger See) ist ein Nachfahre des Inkavolkes und ein Pilger auf den Spuren der alten Sonnentradition. Er hat sich zum Ziel gesetzt, unter dem Begriff “Munay Suyu”, was übersetzt Land der Liebe, heißt,  Begegnungsstätten für Menschen aus aller Welt zu schaffen, die sich nach einer Erneuerung und der Einkehr in das Naturwissen sehnen. Mittlerweile hat seine “Schule für das Urwissen” den Betrieb  aufgenommen.  Zu diesem Zweck wurde die Stiftung „The Pachakutec Project“ gegründet, die ihren Sitz in der Heimat von Naupany Puma (Ecuador) hat. Weitere Informationen: www.naupanypuma.com

Beispielhaftes Engagement

Schülerinnen der Waldorf-Schule in Gröbenzell verpacken Bio-Macadamia Nüsse für den Verkauf vor Ort

Die  Rudolf-Steiner-Schule in Gröbenzell ist eine von drei bayerischen Schulen, die verschiedene Projekte der “Welt:Klasse-Stiftung” umsetzen. Die “Weltklasse Gröbenzell” wurde bereits 2010 von der Deutschen UNESCO-Kommission als UN-Dekadenprojekt für Bildung und nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die Stiftung Welt:Klasse ermöglicht Jugendlichen aus Deutschland  auf innovative Weise mehrwöchige Lernerfahrungen in Schwellen- und Entwicklungsländern unter Einbindung ihrer Schulklasse. Zu diesem Zweck fliegen alljährlich  Schüler der 11. Klasse der Gröbenzeller Waldorfschule nach Kenia, um Kleinbauern über die Schultern zu schauen, wie dort nachhaltige Landwirtschaft mit  Bio-Macadamia-Nüssen betrieben wird. Dabei sind die Schüler zugleich Vertriebspartner für die “CO2-arm” nach Gröbenzell kommenden Nüsse. Mit der Provision vom Verkauf finanzieren die Schüler dann ihre Reise nach Kenia.

Wenn man die leuchtenden Augen der Schüler bei ihren vielfältigen Aktivitäten sieht, dann spürt man, da ist Herzblut im Spiel. Ob beim individuellen Verpacken der Macadamia-Nüsse für den Adventsmarkt der Schule, oder bei der innovativen Produktentwicklung, oder beim Feilbieten der Qualitätsprodukte bei verschiedenen Anlässen. “Wer diese Idee mal kennengelernt  hat, kommt nicht mehr so leicht los”, sagt  die ehemalige Schülerin, Paula Dominguez, die auf dem Adventsmarkt ihre “jungen KollegINNEN” beim Verkauf der Nüsse nach wie vor unterstützt. Dabei kennt der Arbeitseifer rund um die Macadamia-Nüsse, keine Grenzen. So hat Carl (16)  sich damit beschäftigt, was mit den Nüssen gemacht werden kann, die aus Verpackungen stammen, die beim Transport beschädigt wurden. Daheim hat er dann Schokolade geschmolzen und zusammen mit den Nüssen neue Produkte geschaffen: “Nussbruch in Schokolade” oder “Macademia-Pralinen” waren das Ergebnis seiner Innovationsfreude.

Als ehemalige Waldorfschülerin ist Paula Dominguez nach wie vor dabei, wenn es darum geht, Macadamia-Nüsse auf Märkten zu verkaufen.

Wie die Koordinatorin des Projekts, Felicitas Zahn, feststellt, ist das Engagement rund um dieses Projekt für die Schüler, die sich entschieden haben, dabei sein zu wollen, alles andere als ein Honiglecken. Das auf freiwilliger Basis angelegte Engagement würde den Schülern letztlich auch einiges abverlangen. Die Vorbereitung für die in der Regel vier Wochen dauernden Reise sei mit  einen enormen Zeitaufwand verbunden und zudem müssen die Schüler den während der Reise versäumten Schulstoff nachholen. Alles in allem würden die Schüler aber im Rahmen des Auslandsaufenthaltes mit viel Neuland konfrontiert werden, das prägend für das spätere Leben sein kann.

Mit dem Verkauf von innovativen Nussideen haben Carl (links) und Vincent ihren Flug nach Kenia mit verdient

Während ihres Aufenthaltes wohnen die Schüler bei den gastgebenden Bauernfamilien und können so  auch die tatsächliche Situation erleben. Die Grundidee für das Projekt ging von der Stiftung Welt:Klasse aus, die von einigen Lehrern gegründet wurde und heute als Bindeglied zwischen den Bauern in Kenia und den deutschen Schulen dient, die sich am Projekt  beteiligen (www.stiftung-weltklasse.de). Die Stiftung Weltklasse arbeitet in der Umsetzung des Projektes mit der Limbua-Foundation zusammen, die auch vor Ort in Kenia tätig ist. Über die Limbua GmbH, einem gemeinnützigen, deutsch-kenianischen Unternehmen, werden die rund 5000 Kleinbauern in Afrika mit zertifiziertem Pflanzmaterial genauso versorgt, wie mit Wissen zur Umsetzung von ökologischem Landbau. Die von den Bauern angelieferten Nüsse werden dann in den von Limbua eingerichteten Verarbeitungsanlagen getrocknet, geschält und per Vakumversiegelung haltbar für den Transport gemacht. Die so verpackten Nüsse kommen dann per Containerschiff auf den Seeweg nach Rotterdam. Vor dort gelangen die Nüsse  direkt zum deutschen Lager, von wo aus sie auf die Schulen der “Macadamiafans”, wie sich die verkaufenden Stellen nennen, verteilt werden. Jetzt beginnt aber erst die Arbeit der Schüler vor Ort. Mit innovativen  Produkten und mit Sonderverpackungen geht es dann an den Verkauf auf Märkten und über Stammkunden. Pro verkaufter Packung erzielen die Schüler einen Betrag von € 2,50 für die Schulkasse, die vom Buchhalter der Schule verwaltet wird und die zustande gekommene Summe schlussendlich ausreichen sollte, um die Reisen der mitmachenden Schüler nach Kenia finanzieren zu können. Das Projekt  wird jedes Jahr von der 11. Klasse realisiert und behält damit seine immerwährende Aktualität, weil sich im Laufe eines Schuljahres immer wieder neue Schüler auf den Weg nach Kenia machen.  Die Weltklasse-Schule Gröbenzell unterhält auch Projekte in Thailand und in Indien. Weitere Informationen: www.waldorfschule-groebenzell.de/macadamiafans

Kampf gegen untragbare Tradition

Der  1998 erschiene Bestseller “Wüstenblume” von Waris Dirie war für den in Pößneck (Thüringen) ansässigen Künstler Manfred Kawath die Inspiration, ein Ölbild von der Autorin zu malen. Mehr noch: Seit mehr als 20 Jahren ist er mit diesem Bild auf Ausstellungen unterwegs und sammelt Spenden für Menschenrechts- und Frauenorganisationen, die sich gegen die in vielen Ländern auch heute noch praktizierte Beschneidung von Mädchen einsetzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit rund 200 Millionen Frauen unter der Geschlechtsteilverstümmelung leiden. Die Notwendigkeit für das den Frauen zugefügte Leid wird mit Tradition begründet. Waris Dirie hat dieses selbst erlebte Drama in ihrem Buch beschrieben und Kawath ist seit Erscheinen dieses Buches unermüdlich im Einsatz, gegen diese im 21. Jahrhundert untragbare – genauer gesagt „unerträgliche“ – Tradition zu kämpfen. Mit all seinem Engagement gegen Dinge, die in unserer Welt nicht im Sinne der Menschlichkeit sind, lebt der Künstler diese eine Grundsatzeinstellung, die ganz im Sinne der “Weißmalerei” ist:  “Mir ist es wichtig, mein Leben zu nutzen und Eigenverantwortung zu übernehmen, um unsere schöne Welt ein bisschen besser zu machen”.

Vorbildliches Tun rund um die Bodennutzung

Biogärtner Christian Bachmann ist ein Vorbild, wenn es darum geht, eine naturgemäße Bodenbewirtschaftung aufrecht zu erhalten. Er lebt seine Vision mit ganzem Herzenund ist unermüdlich im Einsatz. Das Ergebnis seiner Arbeit ist hervorragend schmeckendes Gemüse, das er auf verschiedenen Märkten anbietet (unser Bild entstand auf dem Wochenmarkt in Puchheim).

For Forest in Klagenfurt

Mit  “For Forest” konnte in Klagenfurt eine weltweit beachtete Aufmerksamkeit für den Wald erzielt werden.

Mit einer weltweit beachteten Installation hat der Schweizer Kunstinitiator Klaus Littmann im Klagenfurter Wörthersee Stadion auf die Bedeutung des Waldes als Lebensraum hingewiesen. Vom 8. – 27. Oktober 2019 waren nicht 22 Fußballspieler die Hauptattraktion, sondern 299 Bäume.
Mehr als 200 000 Tausend Besucher waren während der siebenwöchigen Ausstellungszeit auf den Beinen, um Bäume zu sehen, die es –wie das Foto zeigt- auch in und um Klagenfurt herum in freier Natur zu bewundern gibt. Bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung durch diese Initiative den Wald vor der Haustür wieder mehr als wichtigen Bestandteil der Schöpfung zu würdigen weiß.

Erhalt von Fauna und Flora durch Beweidung wie in Urzeiten

Fast wie in Urzeiten als Herden von wildlebenden Auerochsen noch die Münchner Schotterebene beweidet haben (Bild) .Heute sind es sogenannte Heckrinder im Fußbergmoos, die dort als Landschaftspfleger ihren Dienst tun. Der Name dieser Rinder geht auf die Brüder Heinz und Lutz Heck zurück, die schon in den 1920er-Jahren versucht haben, die bereits im Mittelalter ausgerotteten Auerochsen durch Rückzüchtung wieder „in das Landschaftsbild zu bekommen“. Diese Tiere leben heute wie ihre Ahnen ganzjährig in freier Wildbahn im natürlichen Herdenverband und tragen im Sommer dazu bei, dass der Aufwuchs im Fußbergmoos dezimiert wird, um die natürliche Lebensgrundlage zu erhalten. Dies ist für das natürliche Gleichgewicht wichtig, so wie es eben auch schon in Urzeiten der Fall war. Würde der Pflanzen- und Sträucheraufwuchs nicht abgetragen werden, hätte dies fatale Auswirkungen auf Fauna und Flora in dieser einmaligen Naturlandschaft. Eine Verbuschung und die düngende Wirkung der Pflanzen würden dazu führen, dass die Artenvielfalt von Jahr zu Jahr abnimmt. Um dies zu verhindern, hat die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck des Landesbundes für Vogelschutz  ein Beweidungsprojekt mit Heckrindern ins Leben gerufen. Die Wind und Wetter trotzenden Tiere werden von ehrenamtlichen Helfern täglich betreut und im Winter zu gefüttert. Weitere Informationen: www.fuerstenfeldbruck.lb.de/naturschutz/biotopschutz/vierbeinige-landschaftspfleger

Anmerkung in eigener Sache:

„Ich durfte fast ein Jahr lang die Heckrinder im Fußbergmoos als Teammitglied der Rinderhirten mit betreuen. Seit 2014 befindet sich mein Atelier in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Tieren. Die dortige Natur ist für mich zu jeder Jahreszeit eine Augenweide und Inspirationsquelle.“